Speisewagen CIWL


Der Wagen entstammt einer Serie von 25 Speisewagen (No. 2749 bis 2773 ), welche im Jahre 1925 von der SOCIETA ANONIMA “ OFFICINE MECCANICHE ITALIANE “ In Reggio-Emilia gem. Vertrag vom 30. Mai 1924 für die COMPAGNIE INTERNATIONALE DES WAGONS-LITS ET DES GRANDS EXPRESS EUROPEENS in Bruxelles zum Preise von 600'000.-- Lire gebaut wurden.

Gemäss Wagenverzeichnis Stöckl 1967 handelt es sich dabei um die ersten für die CIWL serienmässig hergestellten Ganzmetallkonstruktionen.

Dem Wagenbauer war vertraglich auferlegt, nur allerbeste Materialien zu verwenden ( “Il ne sera employé dans leur construction que des matières de tout premier choix “ ).
Soweit man feststellen konnte, war der Wagen ausschliesslich den Inspektionskreisen Mailand und Rom zugeteilt und dürfte vorwiegend im Schnellzugsverkehr zwischen diesen beiden Städten eingesetzt gewesen sein.

Die zugelassene Höchstgeschwindigkeit betrug 140 km/h, das Wagengewicht 54t  und die Länge über Puffer 23,45m.

Der Wagen verfügt über 56 Sitzplätze.
Der WR 2749 wurde Ende 1967 nach über 42 Dienstjahren ausgemustert und 1968 ausgeräumt.

Im August 1969 wurde der Wagen Herrn Glaser, einem Zürcher Geschäftsmann und Bahnfreund,  zum Kauf angeboten und im April 1976 nach Zürich überführt. Hier wurde er einer techn. Inspektion durch SBB Fachleute unterzogen und so hergestellt, dass eine Zulassung auf Schweizer Geleisen für eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h erteilt werden konnte (Bericht über Zuordnung Hans Schneeberger vom 31. März 1980).

Obwohl grundsätzlich nach wie vor im orig. Zustand wie 1924 mit Kohlekochherd und separater Kohlenheizung, Vorrichtung für Dampfheizung ab Lok, sowie Eiskasten (als Kühlschrank), wurden im Laufe der Jahre einige techn. Einrichtungen modifiziert.

1982 verkaufte Herr Glaser den Wagen einem Langenthaler Fabrikanten, welcher ihn 1983/84 bei den EBT Werkstätten in Oberburg umfassend revidieren liess.

Wegen der Gleitlager an den Achsen blieb die Höchstgeschwindigkeit weiterhin auf 80 km/h beschränkt, was einen sinnvollen Einsatz ausserhalb des Streckennetzes der EBT-VHB-SMB nahezu verunmöglichte.

1995 entschloss sich der Besitzer, den Wagen für Internationale Einsätze herrichten zu lassen. Diese  Arbeiten wurden in Deutschland in Auftrag gegeben. In diesem Zusammenhang wurden die original “ Pennsylvania Schwanenhals“ Drehgestelle den neuen Verhältnissen für Rollenlagerachsen angepasst.

Eine zusätzliche elektrische Heizung wurde eingebaut, sowie weitere Arbeiten wie Asbestentsorgung etc. ausgeführt.

Nach Rückkehr in die Schweiz konnte der Wagen bei der SBB unter der No. 51 85 08-11 800-8 RIC als Privatwagen mit Internationaler Zulassung immatrikuliert und für 120 km zugelassen.

Für Sonderfahrten mit Dampf oder Elektrisch kann der Wagen gemietet werden.
Infos unter: dfl.langenthal@besonet.ch